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Projekt-Seminar Deutsch bringt "Der Kleine Prinz" auf die Bühne

Ein zeitloses Märchen zum Träumen

Waldkraiburg - In 140 Sprachen wurde sie übersetzt und auf der ganzen Welt gelesen, die Erzählung vom "Kleinen Prinzen", die Antoine de Saint-Exupery vor über 70 Jahren herausbrachte. Deshalb gehörte eine Portion Mut dazu, als sich das Projekt-Seminar Deutsch der Oberstufe des Waldkraiburger Gymnasiums unter der behutsamen Beratung durch Matthias Müller und der Schüler-Regie von Ralf Altmann entschloss, sich diesen märchenhaften Stoff für eine Theateraufführung vorzunehmen.

Im Zwiegespräch mit dem Piloten (Anna  Muggendorfer): Der kleine Prinz (Lucia Senftl). Foto fis

© OVB

Im Zwiegespräch mit dem Piloten (Anna Muggendorfer): Der kleine Prinz (Lucia Senftl). Foto fis

Und es gelang dem Team auf eindrucksvolle Weise, das poetische Stück geschickt in Szene zu setzen und das Publikum über 90 Minuten lang in seinen Bann zu ziehen. Die jungen Zuschauer amüsierten sich einfach über die charmant-naiven Fragen des kleinen Prinzen (alternierend hinreißend gespielt von Lucia Senftl und Tanja Rumpf) an den Erzähler (Katja Truglas) und den Piloten (Anna Muggendorfer), als er mit seiner Ahnungslosigkeit und seinen auf den Grund gehenden Fragen die Schwächen seines Gegenübers aufdeckt und liebevoll erträgt.

"Man sieht nur mit dem Herzen gut"

Die Älteren wiederum erkannten viele Lebensweisheiten, die in den Dialogen angesprochen werden. So ist der kleine Prinz auf seinem Asteroiden äußerst verantwortungsvoll damit beschäftigt, seine Pflichten zu erfüllen, wie etwa Vulkane zu reinigen. Auf seiner Suche nach einem Freund wird er von der Schlange (Carolin Stöckl) getröstet, als er sich in der Wüste einsam fühlt: "Man ist auch bei den Menschen einsam."

Diese Erfahrung muss er aber auch auf seiner Reise zu den unterschiedlichsten Planeten beim König, dem Säufer, dem Laternenanzünder (Franziska Auer), dem Geschäftsmann, dem Geografen und dem Eitlen (Sophie Ederer) immer wieder machen - alle diese Szenen mit faszinierenden Schwarzlicht-Effekten realisiert.

Der kleine Prinz, der mit der einzigen Rose auf seinem Planeten eine schwierige Beziehung hat, muss schließlich auf der Erde erkennen: "Ihr vielen Rosen seid zwar schön, aber leer. Für meine Rose täte ich alles!", bis ihn der Fuchs (Anna Steindl) belehrt: "Was du da erblickst, ist nur eine Hülle. Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Die vielen Rollen forderten immense Verwandlungskünste - geschickt überbrückt von Sonja Funioks Klavierbegleitung. Und man hielt immer wieder buchstäblich den Atem an, wie die Reise des kleinen Prinzen wohl weiter verlaufen würde. Das Schüler-Ensemble kam bei seiner Inszenierung auf der weiten, Raum füllenden Bühne des alten Stadttheaters mit wenigen, unaufdringlichen Mitteln wie einem knallroten Flugzeug und einer stimmigen Beleuchtung mit gezielt eingesetzten Effekten aus.

Und so waren es bei der Umsetzung dieses weltberühmten Büchleins vor allem die Spontanität und das Einfühlungsvermögen der Darsteller, die für die Zuschauer dieses moderne Märchen mit seinen zeitlosen Aussagen zum Plädoyer für Menschlichkeit und Freundschaft werden ließen. fis

Aktualisiert ( Samstag, den 21. Januar 2012 um 10:23 Uhr )  

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