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OVB-online/ "Gymnasium schrumpft - Realschule starker Einstiegsjahrgang

Gymnasium schrumpft – Realschule: Starker Einstiegsjahrgang

Eines verbindet die vier weiterführenden Schulen in Waldkraiburg im neuen Schuljahr: Sie sind auf jeweils unterschiedliche Weise mit dem Thema Flüchtlinge konfrontiert. Bei der Entwicklung der Schülerzahlen gibt es keine einheitliche Tendenz. Das Gymnasium schrumpft auf unter 700 Schüler, die Realschule bleibt trotz leichten Rückgangs mit 1230 größte Schule im Landkreis.

Waldkraiburg – Das Gymnasium Waldkraiburg geht mit 690 Schülern ins neue Schuljahr, das sind 50 weniger als im vergangenen Jahr. Aufgeteilt sind sie in 19 Klassen. Durch die geringere Gesamtzahl hat sich der Klassendurchschnitt von 25,8 Schüler auf 25,4 verbessert.

Größer ist der Abiturjahrgang. 116 Schüler haben sich auf den Weg zur Hochschulreife gemacht, im vergangenen Schuljahr waren es nur 101.

Im Schulcontainer: Berufsschulklassen für Flüchtlinge

Wählen, ob sie das Gymnasium in acht oder neun Jahren absolvieren dürfen, können sie noch nicht. „Die politische Entscheidung liegt noch nicht vor“, formuliert es Schulleiter Helmut Wittmann. Die Wahlmöglichkeit findet er sinnvoll, sieht aber im Detail noch viele ungelöste Probleme. Wittmann lässt aber durchblicken, dass er sich für das Waldkraiburger Gymnasium ein G9 durchaus vorstellen kann.

Freuen können sich die Schüler der sechsten und siebten Klassen. Sie haben nämlich nur noch einmal Nachmittagsunterricht, die fünften Klassen brauchen nach wie vor nachmittags nicht in die Schule kommen. 69 Schüler haben sich heuer zum Wechsel aufs Gymnasium entschieden, 83 waren es im vergangenen Schuljahr.

69 Lehrkräfte (76 im Vorjahr) decken Pflichtunterricht, Intensivierungsstunden und Wahlunterricht ab.

Nicht im Gymnasium selbst, sondern im benachbarten Schulcontainer werden neuerdings vier Berufsschulklassen mit jungen Flüchtlingen unterrichtet. Es geht um vier Räume, die in Zeiten großer Platznot mit Realschülern beziehungsweise Gymnasiasten belegt waren. Unmittelbar in Kontakt mit jungen Flüchtlingen kommt man im Gymnasium nicht. Allerdings hat man sich darauf verständigt, dass die Asylbewerber der Berufsschulklassen, die in den Containern untergebracht sind, in der Pause den Pausenverkauf sowie die Toiletten mitnutzen dürfen. „Das wurde in der Schule im Mai, als es bekannt wurde, breit diskutiert“, sagt Wittmann. „Wir waren eingebunden in die Planungen.“ Das Schulleben sei dadurch „nicht beeinträchtigt“. Man sei nicht blauäugig, doch die organisatorische Zusammenarbeit werde als normal und notwendig angesehen.

Ähnlich gelassen sieht es Hans Hautz, Rektor der Realschule. Es habe im Vorfeld die Abstimmungsgespräche gegeben. Hautz ist wichtig, dass Regeln, die in der Realschule gelten, wie Handy- oder Rauchverbot, durch die neue Konstellation nicht aufgeweicht werden.

Die Entwicklung der Schülerzahlen hat den erfahrenen Schulleiter überrascht. Der Rückgang um 2,6 Prozent von 1265 auf nun 1230 Schüler ist geringer ausgefallen als erwartet. Das liegt an einem starken Einstiegsjahrgang mit 216 Kindern (im Vorjahr: 160). Sie werden auf sieben Klassen verteilt. „Wir hätten uns kleinere Klassen gewünscht“, sagt Hautz. Dazu bräuchte es allerdings mehr als 82 Lehrkräfte, die der Schule zugeteilt wurden.

Dabei, das ist allgemein bekannt, stehen Hunderte von arbeitslosen Realschullehrern auf den Wartelisten.

Zwischen der hohen Zahl der Realschulanfänger und der geringen Zahl der Kinder, die aufs Gymnasium wechseln, besteht ein Zusammenhang. Mehr als der Hälfte der neuen Realschüler wurde laut Hautz die gymnasiale Eignung zuerkannt.

Froh ist der Schulleiter über „den kleinsten Abschlussjahrgang seit Langem“. 190 Schüler steuern in diesem Schuljahr die mittlere Reife an. Die Gesamtzahl der Klassen ist von 47 auf 44 gefallen.

Mittelschulen: Neue Übergangsklassen

Die Anzahl der Schüler an der Diesel-Mittelschule bleibt mit 385 annähernd konstant. Verteilt auf 23 Klassen werden die Schüler von 36 Lehrkräften unterrichtet. Bei zwei der Klassen handelt es sich um Übergangsklassen für Jugendliche, deren Sprachkenntnisse nicht für die Regelklassen ausreichen. Eine mehr als im Vorjahr. Anders als die Ganztags-Ü-Klasse, die es bereits gab, beschränkt sich die neue, zweite Klasse auf den Vormittag. Grund für diese neue Ü-Klasse ist die hohe Nachfrage der Ganztags-Ü-Klasse. „Die Klasse war voll. Das hat mit so vielen Schülern einfach keinen Sinn mehr gemacht, deshalb haben wir auch eine zweite Klasse beantragt und bekommen“, erklärt Schulleiterin Birgit Huber-Heinrich.

In der Franz-Liszt-Mittelschule verzeichnet man zum Schuljahresstart einen leichten Anstieg der Schülerzahlen. 303 Schüler – 290 waren es 2015/16 – verteilen sich hier auf 16 Klassen, betreut von 35 Lehrern. Darunter sind aber auch Fachlehrer, die nicht ausschließlich an der Liszt-Schule unterrichten. Auch hier wurde eine neue Übergangsklasse eingeführt, die erste an der Schule. „Die Ü-Klasse ist nur für Schüler mit Sprachschwierigkeiten. Alle anderen sind in Regelklassen untergebracht“, so Rektor Klaus Neßler, der hinzufügt, dass die Schule bereits Erfahrungen mit Jugendlichen ohne ausreichende Sprachkenntnisse gemacht habe. hsc/bra/hg

 

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