Krisen gelöst, Welt gerettet! 

Nach einer fast dreijährigen Vorbereitungszeit, die die Beschaffung von Materialien und eine zielführende Organisation in Anspruch nahm, hat das World Peace Game, das vom US-Pädagogen John Hunter entwickelt wurde, seinen Weg in den Landkreis Mühldorf am Inn gefunden.  

Acht Lehrer des Gymnasiums Waldkraiburg ließen sich in den letzten Jahren jeweils eine Woche lang in Melk oder Wien zu zertifizierten Spielleitern des World Peace Games ausbilden. Damit war eine zentrale Grundlage für die Durchführung dieses komplexen Spiels geschaffen, so dass sich alle diesjährigen 10. Klassen des Gymnasiums Waldkraiburg den vorgegebenen 23 Krisen oder den 50 Problemen des Strategiespiels nun in der vergangenen Woche stellen konnten. Die Herausforderung des Spiels besteht vor allem darin, unter großem Druck hunderte Entscheidungen zu treffen und deren Konsequenzen zu überdenken. Zusätzlich sorgen weitere Faktoren wie eine Schicksalsmacht, Zufallskarten, ein Saboteur sowie ein ominöses geheimes Imperium für unvorhersehbare und nicht kalkulierbare Ereignisse und Herausforderungen. Durch diese Komponenten wird, wie der Erfinder des Spiels es nennt, der „Empty Space“ erreicht, innerhalb dem notwendige und entscheidende Lösungen gemeinsam erfolgen. 

Dieses Spiel besticht gerade durch seinen Mehrwert und durch die Komplexität seines Anforderungsniveaus, das aktuelle Krisen und Probleme, wie z.B. die Klimakrise thematisiert.  

Gerade das gezielte problemlösende Denken wird genauso gefördert wie die Entwicklung und Vertiefung eines abstrakten Transfervermögens im Kollektiv. Hervorzuheben ist ferner der tagespolitische Aktualitätsbezug der gestellten Herausforderungen, wie z.B. die fiktiven Kriegswirren verbunden mit Migrationswellen. Für unsere Schüler/-innen war nach dieser Woche klar, dass derartige Krisen und Probleme nur im gemeinsamen Miteinander zu lösen sind. Diese Erkenntnis macht den großen Wert des World Peace Games neben fachspezifischem wirtschaftlichem oder ethischem Wissen eingehend klar. 

Das gesamte Projekt wäre ohne die immense Unterstützung des Vereins für Achtsamkeit Osterloh nicht möglich gewesen. Ein großer Dank gilt in diesem Zusammenhang Frau Maria Kluge, die unser Projekt von Anfang an finanziell und auch als Mentorin tatkräftig unterstützte. Ein weiterer Dank gilt der Schulleitung, die keine Mühen scheute, acht Lehrkräften die Möglichkeit zu geben, sich zu Spielleitern ausbilden zu lassen. Letztlich gilt aber auch ein besonderer Dank den Lehrer/-innen, die sich bereit erklärt haben, viel Zeit und Energie in diese umfassende Aufgabe zu stecken, um unseren Schüler/-innen diese einzigartige Möglichkeit, mannigfache Kompetenzen zu trainieren, zu ermöglichen.  

Nach der ersten Durchführung dieses Projekts lässt sich sagen, dass es eine sehr gewinnbringende Investition in eine zukunftsweisende Bildung unserer Schüler/-innen ist.  

Sofie Schuster & Werner Denkl